Deutschland ist eines der ältesten und bedeutendsten Weinbauländer der Welt. Mit einer Größe von ca. 105.000 ha, was im europäischen Vergleich gering ist. Der Weinbau in Deutschland begann in der Zeit der Römer. Es entwickelte sich ein wichtiger Handel mit England. Erste Gesetze von Karl dem Großen, welcher die hochwertigen Rebsorten förderte, schaffte eine wirtschaftliche Grundlage. Bereits im 4. Jahrhundert waren die Berge von Mosel, Rhein und Neckar mit Reben bepflanzt.
Nach Jahren des Stillstands erlebte der Weinbau durch Gründung der Klöster von Benediktiner und Zisterziensern einen Aufbruch. Im 16. Jahrhundert war die dreifache Größe an Weinbergsflächen von heute bepflanzt. Klimatische Verschlechterungen machten es den Weinbauern schwer Reben weiter zu kultivieren, dann kam noch die Reblauskrise, welche auch in Deutschland große Schäden anrichtete. Nach dem Wiederaufbau kam kamen zwei Weltkriege und wirtschaftlich schwache Phasen, was dem Weinbau ebenfalls schadete. Bis 1985 wurde dann auf Masse gesetzt und die Weine waren ausdrucksschwach und süßlich ausgebaut. Auch das Weingesetz von 1971 änderte nichts daran. Anstatt auf eine Lagenklassifizierung zu setzten, wurden viele bedeutenden Einzellagen zu Großlagen zusammengeschlossen. Ab dann wurde wie überall in Europa auf Qualität gesetzt. Das Weingesetz kennt keine Klassifizierung auf geografischer Basis. Es differenziert Qualitätsweine nur nach Abhängigkeit von Zuckergehalt des Mostes.
Der VDP hingegen bestimmt besondere Lagen, dessen Weine dann die Bezeichnung Großes Gewächs tragen dürfen. Gerade diese brauchen keinen internationalen Vergleich scheuen. Das was in Deutschland an Weißwein entsteht ist Weltklasse. Es gibt 13 Qualitätsweinanbaugebiete, welche fast ausschließlich im Südwesten liegen, da im Norden durch das kühle Klima nur schwer Wein erzeugt werden kann. Ausnahmen sind die Anbaugebiete Sachsen und Saale-Unstrut mit ihren günstigen Kleinklimaten.
Weinbau ist bei uns nur durch den warmen Golfstrom möglich, welcher das Klima positiv beeinflusst. Die Stärken liegen im Riesling und dem Spätburgunder. Kein Weißwein kommt an so eine faszinieren Frucht und diese rassige Säure heran. Dazu die Mineralität der Schieferböden oder die Kraft des Kalksteins, lässt viele Weißweine der Welt erblassen. Jedoch werden auch großartige Weine aus Burgunderrebsorten und sogar internationalen Rotweinrebsorten hergestellt. Die Spätburgunder sind elegant und vielschichtig mit schönem Kern.